Filament

PLA vs. ABS – Ein Vergleich

Wer sich mit 3D-Druck beschäftigt, der kommt um eines nicht herum: Filament.

Doch hier gibt es verschiedene Materialien und damit einiges, was du für dein Projekt beachten musst. Um dir die Auswahl des passenden Kunststoffs zu erleichtern, bekommst du von mir eine Übersicht.

Gerade für Einsteiger ist es herausfordernd, das richtige Filament auszusuchen. Dabei erschwert, von einer breiten Farbpallette einmal abgesehen, vor allem die Wahl des richtigen Materials die Entscheidung. Besonders gängig im 3D-Druck sind PLA und ABS.

Für dein Projekt wirst du dich also mit hoher Wahrscheinlichkeit zwischen diesen beiden entscheiden müssen.

Im Alltag findest du ABS übrigens in Lego-Steinen. PLA dagegen wird überwiegend als Verpackungsmaterial genutzt. Und auch du wirst mit den richtigen Vorüberlegungen schnell den passenden Stoff für dein Vorhaben finden.

Mit diesen wenigen Fragen kommst du zu deinem passenden Filament:

Was will ich drucken?

Der Grund dafür, dass du dir das vorher überlegen solltest, ist ganz einfach: PLA und ABS haben unterschiedliche Eigenschaften. Diese entscheiden, ob ein Kunststoff für dein Projekt entweder goldrichtig, oder eher ungeeignet ist. Wichtig wird dieses Thema, wenn du vermehrt entweder Gebrauchs-, oder Deko-Artikel drucken möchtest.

Für Erstere ist ABS besser geeignet. Denn die Oberflächenstruktur des Kunststoffs ermöglicht höhere Witterungsbeständigkeit und ist sehr kratzfest. Darüber hinaus verhält sich ABS dynamisch, ist also flexibel und kann leichte Biegungen ohne Probleme hinnehmen.

Zum Thema Hitzebeständigkeit habe ich dir außerdem eine kleine Tabelle zusammengestellt:

Thermische Eigenschaften im Überblick

Eigenschaften

PLA

ABS

Schmelzpunkt

150-160°C

210-240°C

Erweichungstemparatur

70-80°C

110-125°C

Drucktemparatur

190-220°C

230-250°C

Druckbett-Temparatur (Empfohlen)

50-70°C

80-120°C

Hier siehst du, dass ABS im Vergleich zu PLA höheren Temparaturen standhält. Das hat offensichtliche Vorteile, bedeutet aber auch höheren Energieaufwand beim 3D-drucken. Ein wichtiger Punkt ist deshalb:

Das Budget

Besonders wichtig ist vor jedem Einkauf der Kostenpunkt. Gleich vorweg: PLA-Filament ist die günstigere Wahl. Das liegt nicht nur daran, dass der Kunststoff in der Anschaffung mit einem Preis von rund 20 Euro Kostengünstiger als ABS ist. Denn auch die nötige Energie für den 3D-Druck ist bei PLA dank der niedrigeren Schmelztemparatur viel Geringer.

Damit ist PLA-Filament sowohl ökonomisch, als auch auch ökologisch eine gute Wahl. Sogar für Recycling ist es gut geeignet.

Übrigens: Wenn du beim 3D-drucken auch sonst auf deinen Geldbeutel achten willst, findest du hier einige gute Tipps.

Du siehst, Filament ist nicht gleich Filament. Und es gibt noch viel, das du beachten solltest:

Die Nutzerfreundlichkeit

Auch hier hat PLA die Nase vorn, denn es ist für Probleme wie Warping weniger anfällig. Das ist ein Effekt, den du beobachten kannst, wenn die unteren Schichten beim Drucken deines 3D-Objekts zu schnell abkühlen. Dadurch entstehen Wölbungen, die Spannungen im Ausdruck verursachen. Im schlimmsten Fall führt das zu Rissen, die dein Endprodukt unbrauchbar machen.

Ein weiterer Vorteil, den das Filament PLA bietet: Es kann wohl mit jedem handelsüblichen 3D-Drucker verwendet werden. Daher liegen Einsteiger hiermit auf alle Fälle richtig

Manche Aspekte für deine Entscheidung sind allerdings weniger ersichtlich:

Die Ästhetik

Dieser Punkt betrifft nicht das Filament an sich, sondern das Ergebnis deines Drucks. Denn dass dein Objekt in einzelnen Schichten gedruckt wurde ist in der Regel gut erkennbar. Wenn dich die Rillen, die du in diesem Beispiel siehst stören, greifst du besser zu ABS.

Denn um Abhilfe zu schaffen gibt es das so genannte Smoothing. So nennt man Vorgänge, die deinen 3D-Druck glätten. Natürlich kannst du dabei auch feilen und schleifen. Diese Arbeit ist aber aufwändig, und einmal mit dem Werkzeug abgerutscht ist dein ganzes Ergebnis womöglich ein Fall für den gelben Sack. Besonders effizient ist das Smoothing nur mit Acetondampf. Schade aber, dass dieser Vorgang sich nicht gut für PLA-Filamente eignet.

Wenn du trotzdem wissen willst, wie Smoothing geht, habe ich hier noch ein Video für dich. Vom Make Magazine:

Für dein Projekt ist die Wahl des richtigen Filaments sehr wichtig, wie du siehst. Welches Material für den 3D-Druck allgemein besser ist, lässt sich aber nicht pauschal sagen. Die Eigenschaften unterschiedlicher Kunststoffe kannst du dir aber zu Nutze machen. Damit haben sowohl PLA- als auch ABS-Filamente bevorzugte Anwendungsbereiche.

Ich hoffe, dieser Überblick hat dir bei deiner Entscheidung geholfen. Welche Filamente hast du bisher beim 3D-Druck benutzt? Wie wirst du die Rillen an deinen 3D-Drucken los? Schreib uns deine Erfahrungen in die Kommentare!

Carolin ist verantwortlich für das Marketing bei Scoobe3D. Sie mag es, schwierige, technische Themen einfach darzustellen und hat hier über mehrere Jahre Erfahrung gesammelt. Am liebsten isst sie Eis und Schokolade.

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Du willst mitdiskutieren?
Wir freuen uns auf deinen Beitrag!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.