G-Code

Der Dolmetscher zwischen dir und deinem 3D-Drucker

G-Code ist dir sicher ein Begriff, wenn du dich schon etwas mit 3D-Druck beschäftigt hast. Was dieses Gewirr aus Zahlen und Buchstaben so macht, wenn es dir nicht gerade vom Anschauen Kopfschmerzen bereitet, erkläre ich dir jetzt an fünf kleinen Beispielen!

Stell dir vor, du hast hier das perfekte 3D-Modell für dich gefunden. Du lädst es herunter, entpackst die Datei und findest dich vor dem Kürzel “.stl” wieder. Am liebsten möchtest du gleich mit dem Drucken loslegen, um schnell an das Objekt deiner Wahl zu kommen. Doch eine Hürde gibt es noch:

Dein 3D-Drucker hat keine Ahnung, was er tun soll.

Woran liegt das? Ganz simpel: Er kann mit Dateiformaten wie “.stl” oder “.obj” nichts anfangen. Denn diese enthalten lediglich Informationen über die Geometrie deines Objekts, nicht aber wie dein Drucker mit diesen umgehen soll. Fragen wie “Auf welche Temperatur muss das Druckbett erhitzt werden?” bleiben hier unbeantwortet.

Überträgt man diese Situation auf den Menschen, ist es als würde dir jemand das Foto eines Schranks zeigen. Dazu bekommst du Nägel, ein paar Bretter und die vielsagende Anweisung: “Mach mal!”

Du siehst, es gibt hier ein Kommunikationsproblem.

Und das änderst du mit G-Code. Das ist eine Sprache, die deinem 3D-Drucker genau sagt, was er zu tun hat. Stell es dir also vor wie eine Gebrauchsanleitung für Maschinen!

Den Code erhältst du durch eine Software, die man Slicer nennt. Diese zerteilt 3D-Modelle in Formaten wie “.stl” in viele dünne Schichten, die anschließend übereinander ausgedruckt werden und zusammen am Ende das fertige Objekt ergeben. Für jede einzelne Schicht wird dabei besagter G-Code mit allen nötigen Informationen angelegt. Um den richtigen Slicer für dich zu finden, kannst du auf dieser Seite weiterlesen.

Fündig geworden? Hervorragend! Dann stehst du nun vor deinem fertigen Code, und wirst mit Sicherheit Fragen haben. Zum Beispiel:

Warum muss ich das lesen können?

Du musst wissen, dass jeder G-Code individuell für den gerade benutzten 3D-Drucker definiert ist. Wenn du also bei einem neuen Gerät vermeiden willst, dass dein 3D-Objekt im Extremfall neben dem Druckbett aus dem Extruder kommt, ist es sehr hilfreich, wenn du die Basics des G-Codes beherrschst. So kannst du bei den wichtigsten Parametern immer korrekturlesen.

Außerdem bist du in der Lage, durch bestimmte Befehle deine Ergebnisse beim 3D-Druck gezielt zu verbessern. Solche Möglichkeiten bleiben dir verwehrt, wenn du dich nicht mit dem Thema G-Code befasst. Und sind wir mal ehrlich: Spannend ist es allemal, den Maschinencode zu verstehen und genau zu wissen, wie dein 3D-Drucker funktioniert!

Um dir zu zeigen, welche Informationen der G-Code enthält, habe ich folgende Beispiele für dich vorbereitet:

Lesen wir die erste Zeile:

“G1 X88.789 Y50.862 E0.23446”

Und was soll das heißen?

Klar, auf den ersten Blick verstehst davon eher wenig. Doch keine Sorge!

Einmal aufgedröselt ist der G-Code leicht verständlich:

G1

Dein Druck-Kopf soll eine Bewegung ausführen.

X88.789 Y50.862

Die Bewegung soll zu den Koordinaten X(88.789) und Y(50.862) gehen.

E0.23446

Der Extruder gibt dabei 0.23446mm Filament aus.

Übrigens ist “G1” der Befehl, den dein Drucker am häufigsten ausführen muss. Es ist also durchaus sinnvoll, diesen einmal genauer angeschaut zu haben. In der Struktur deines G-Codes wirst du dabei auch sehen, welche “G1” Befehle pro Schicht des Drucks gegeben werden. So muss im Code keine “Z”-Koordinate angegeben werden. Denn vor jeder Befehlskette steht folgendes:

“Layer X” sagt dir, in welcher Schicht die darunter folgenden “G1”-Befehle ausgeführt werden. Doch es gibt noch viel mehr Parameter beim 3D-Druck, die der G-Code deinem Gerät vorgibt, wie zum Beispiel:

Temperaturen beim Drucken

Schau dir die mittlere Zeile an! Bei deinem eigenen G-Code könnte die Zahl hinter dem “S” eine andere sein. M104 ist hier der allgemeine Befehl, der die Temperatur deines Extruders einstellt. Damit verrät dir das “S***” also logischerweise, wie warm das Ganze werden soll. Und wo spielt die Hitze beim 3D-Drucker für dich noch eine Rolle?

Richtig!

Beim Druckbett. Und so regelt der G-Code das mit deinem 3D-Drucker:

Den Befehl findest du in der mittleren Zeile. Sicher hast du das System schon erkannt und weißt, wie warm das Druckbett laut diesem G-Code werden soll: 63°C.

Du siehst: Der Maschinencode ist sehr systematisch aufgebaut. Nach jedem allgemeinen Befehl (also bei uns “G1”, “M***” etc.) steht eine Angabe, die erklärt, wie dieser ausgeführt werden soll.

Jetzt kennst du schon einige Basics. Und mit diesen zwei weiteren Befehlen wirst du bald zum “3D-Drucker-Füsterer”:

Der Lüfter

Schau dir die markierte Zeile an. Inzwischen kennst du den Aufbau der G-Code-Befehle. Der Parameter “S***” bezieht sich in diesem Fall auf die Geschwindigkeit, mit der sich der Rotor des Lüfters drehen soll. So kannst du die Kühlung deines Filaments selbst steuern und die Ergebnisse deines 3D-Drucks optimieren!

Dieser kann übrigens Werte von 0-255 annehmen. In unserem Beispiel bedeutet das: Vollgas! Folgerichtig wäre der Lüfter bei “M106 S0” ausgeschaltet.

Jetzt kennst du schon einige wichtige G-Code Befehle. Und zugegeben:

Das ging leichter als gedacht!

Allerdings gibt es noch zahllose weitere befehle, die deinem 3D-Drucker sagen, was zu tun ist. Wenn du dich deshalb gerne weiter mit dem Thema “G-Code” befassen und ein echter Experte werden willst, kannst du das hier tun.

Ich wünsche dir viel Erfolg beim Lernen!

Erzähle uns auch von deinen Erfahrungen! Welchen Slicer benutzt du, und bist du damit zufrieden? Ich bin gespannt auf deinen Kommentar!

Carolin ist verantwortlich für das Marketing bei Scoobe3D. Sie mag es, schwierige, technische Themen einfach darzustellen und hat hier über mehrere Jahre Erfahrung gesammelt. Am liebsten isst sie Eis und Schokolade.

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